DAT-Report 2026: Kaufzurückhaltung und Abwarten prägen den Markt

DAT-Report 2026: Kaufzurückhaltung und Abwarten prägen den Markt

Elektromobilität bleibt hinter Erwartungen zurück

Das Autojahr 2025 hat dem Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland keinen entscheidenden Schub verliehen. Trotz gesellschaftlicher Präsenz und wachsender Erfahrung mit E-Fahrzeugen blieb die Kaufbereitschaft vieler Verbraucher verhalten. Neben einer angespannten wirtschaftlichen Gesamtlage fehlten aus Sicht der Pkw-Halter vor allem klare politische Impulse, die Orientierung und Vertrauen in neue Antriebsformen geschaffen hätten. Der DAT-Report 2026 bringt diese Stimmung auf den Punkt: Der Endverbraucher entscheidet letztlich über die Zukunft des Automobilmarktes – und viele bleiben derzeit abwartend.

Kaufzurückhaltung und Abwarten prägen den Markt

Die Unsicherheit ist groß: 76 Prozent der befragten Pkw-Halter geben an, ihr aktuelles Fahrzeug länger weiterzufahren, um technologische und politische Entwicklungen rund um Elektromobilität und alternative Antriebe abzuwarten. Autokäufe erfolgen häufig nur dann, wenn sie absolut notwendig sind – ein Trend, der 2025 besonders deutlich wurde. 80 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer und fast 70 Prozent der Neuwagenkäufer bezeichneten ihren letzten Fahrzeugkauf als zwingend erforderlich.

Elektromobilität – Bedenken bei den Verbrenner-Besitzern, Begeisterung bei denen mit Stromer-Erfahrung

Gleichzeitig nimmt die Erfahrung mit Elektroautos zu: 30 Prozent der Befragten sind bereits selbst ein batterieelektrisches Fahrzeug gefahren, und 20 Prozent haben Ladeerfahrung gesammelt. Diese Erlebnisse beeinflussen die Einstellung zur Elektromobilität meist positiv.

Der entscheidende Faktor bleibt jedoch das Laden im privaten Umfeld. „Kann zu Hause laden“ ist laut Report der wichtigste Kaufgrund für ein Elektroauto.

Entsprechend bestätigen 72 Prozent aller Pkw-Halter: Solange kein Laden zu Hause möglich ist, kommt ein E-Auto für sie nicht infrage.

Angst vor Wertverlust bremst die BEV-Nachfrage

Neben der Ladeinfrastruktur ist vor allem die Sorge um den Wiederverkaufswert ein massives Hemmnis. 72 Prozent aller Pkw-Halter äußern Bedenken hinsichtlich der Restwerte von Elektrofahrzeugen – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrungen mit E-Autos gemacht haben.

Auch der Gebrauchtwagenmarkt bleibt zurückhaltend: Nur 13 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer können sich vorstellen, ein gebrauchtes BEV zu erwerben. Bei Personen mit E-Auto-Erfahrung steigt dieser Anteil zwar auf 37 Prozent, bleibt aber insgesamt niedrig.

Leasing gebrauchter Elektroautos findet kaum Akzeptanz – selbst unter erfahrenen Nutzern lehnen rund 80 Prozent dieses Modell ab.

Auto bleibt für die Mehrheit alternativlos

Unabhängig von der Antriebsfrage bleibt das Auto für viele Menschen unverzichtbar. Über 80 Prozent der Pkw-Halter sehen ihren Wagen als notwendige Grundlage für Mobilität im Alltag. Selbst in Regionen mit gut ausgebautem ÖPNV liegt dieser Wert noch bei 73 Prozent.

Die Fahrleistung stieg 2025 erneut: Mit durchschnittlich 13.140 Kilometern pro Pkw wurde das zweite Jahr in Folge mehr gefahren – insbesondere auf dem Weg zur Arbeit.

Über 90 Prozent der Autokäufer sahen zum eigenen Fahrzeug keine echte Alternative.

Preise bleiben hoch – E-Autos weiterhin deutlich teurer

Auch die Preisentwicklung trägt zur Zurückhaltung bei. Private Neuwagenkäufer zahlten 2025 durchschnittlich 44.560 Euro.

Batterieelektrische Fahrzeuge lagen mit 47.160 Euro weiterhin deutlich über dem Niveau von Benzinern (33.150 Euro).

Gebrauchtwagenpreise verharren ebenfalls auf hohem Niveau: Im Schnitt wurden 18.310 Euro gezahlt, fast die Hälfte der Käufer griff auf Finanzierung zurück.

Handel bleibt zentrale Anlaufstelle – Digitalisierung spielt Nebenrolle

Der persönliche Kontakt bleibt ein Schlüsselfaktor im Kaufprozess. Der Online-Neuwagenkauf kommt weiterhin nur auf sieben Prozent Marktanteil.

Im Gebrauchtwagenmarkt wurden drei Viertel aller Fahrzeuge über den Handel verkauft. Erstmals lag der freie Handel mit 38 Prozent knapp vor dem Markenhandel (36 Prozent).

Zudem ist die Kundenzufriedenheit hoch: Über 90 Prozent würden ihren Händler weiterempfehlen oder erneut dort kaufen.

Fazit: Verbraucher benötigen Orientierung, Vertrauen und realistische Rahmenbedingungen

Der DAT-Report 2026 zeigt deutlich: Elektromobilität ist längst Teil der gesellschaftlichen Debatte, doch der Durchbruch im Massenmarkt bleibt aus. Verbraucher handeln vorsichtig, preisbewusst und abwartend – geprägt von Unsicherheit über politische Rahmenbedingungen, Ladeinfrastruktur und Restwerte. Gleichzeitig bleibt das Auto für die Mehrheit der Deutschen unverzichtbar.

Für Hersteller, Handel und Politik ergibt sich daraus eine zentrale Aufgabe: Vertrauen schaffen, Klarheit bieten und Mobilität bezahlbar sowie praktikabel gestalten – denn die Transformation gelingt nur, wenn die Endverbraucher sie mittragen.

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