BVfK-Verbraucherinformation „DIESEL“

BVfK-Verbraucherinformation „DIESEL”

  • Moderne Dieseltechnologie ist in vielen Bereichen die effizienteste und sauberste Antriebsart.
  • Sie ist daher auch unter Umweltaspekten zukunftsfähig.
  • Es wird für mehr als 99% der Dieselfahrzeuge und der von ihnen zu befahrenden Straßen in Deutschland voraussichtlich nie zu Fahrverboten kommen.
  • Der Kauf eines Diesels war noch nie so preiswert, wie seit Anfang des Jahres 2018.

Zurzeit wird Auto-Deutschland von einem Gespenst beherrscht: Dieselautos müssen bald raus aus unseren Städten und damit ist das Ende des Selbstzünders gekommen. „Das ist Quatsch! So wird es definitiv nicht kommen!“ – so der ADAC nach gründlicher Analyse.

Der BVfK hat nun die wesentlichen Fakten für die Kunden seiner Mitglieder zusammengestellt:

 

Fakten 1: Technik und Umwelt

Bereits heute 90% Schadstoffrückgang. Seit der Mensch vor vielen tausend Jahren begann, Wälder zwecks Ackeranbau zu roden, greift er verändernd in die Umwelt ein. Die technische Revolution führt seit ca. 200 Jahren zu enormer Luftverschmutzung. Autos haben dran einen nicht zu leugnenden Anteil. Vor 40 Jahren begann ein Umdenken. Im Jahr 1987 trat daraufhin der erste Bundesumweltminister (Klaus Töpfer, CDU) an und führte gegen den Widerstand der Autoindustrie den Katalysator ein.

Seitdem nimmt die durch den Autoverkehr verursachte Luftverschmutzung kontinuierlich ab – in den letzten 20 Jahren um 90% – auch in den 15 Städten, bei welchen öfter erhöhte Grenzwerte festgestellt werden. Da dies nicht ausreicht, werden diese Städte nun nach dem Urteil des Bundesverwaltungs-gerichts ihre Luftreinhaltepläne anpassen und nach alternativen Maßnahmen zu Fahrverboten suchen. Kreativität ist gefragt und dazu zählt nicht nur die Umstellung des Busverkehrs auf Elektroantrieb nach Londoner Vorbild, sondern auch eine APP zur verkürzten Parkplatzsuche in den Innenstädten, welche pro Fahrzeug pro Tag 30 Minuten lang Schadstoffausstoß und Energieverbrauch verursacht, ohne der eigentlichen Fortbewegung zu dienen.

Fazit: Die Umwelt, auch die Städte werden immer sauberer.

 

Fakten 2: Auswirkungen auf die Nutzung von Diesel-Fahrzeugen:

Wenn überhaupt, dann nur vorrübergehende Sperrung auf kurzen Strecken. Wenngleich das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bundesweite Bedeutung hat, besagt es lediglich, dass Fahrverbote ein rechtlich mögliches Mittel sind, um die Stickoxid-Grenzwerte in der Luft einzuhalten. Jedoch muss weder zwingend, noch sofort gesperrt werden, denn es gilt bei allem, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Ein u.U. zeitlich und auf wenige Streckenabschnitte begrenztes Fahrverbot muss das “einzig geeignete Mittel” zur Einhaltung der Grenzwerte sein. Sollte es wirklich soweit kommen, wäre eine phasenweise Einführung – abhängig vom Alter und Schadstoffausstoß – zu prüfen, ebenso wie Ausnahmen für Anwohner, Schwerbehinderte oder Gewerbetreibende. Voraussichtlich werden die Ausnahmeregelungen, so umfangreich sein, dass es dann bereits aus diesem Grund am Ende ggf. nur wenige trifft.

Wenn all dies nicht zur erforderlichen Absenkung der Grenzwerte führen sollte, dürften nach derzeitiger Lage kurzfristig nur in Hamburg zwei Straßenabschnitte mit 0,6 und 1,7 km Länge für ältere Diesel gesperrt werden. Stuttgart erwägt Ähnliches ab Oktober. In anderen Städten ist, wenn überhaupt, erst ab September 2019 mit Fahrverboten zu rechnen – doch nur in wenigen Städten, nur auf wenigen Strecken und nur dann, wenn es nicht gelingt, die Schadstoffbelastung durch andere Maßnahmen zu senken.

Fazit: Kaum jemand dürfte von innerstädtischen Fahrverboten betroffen zu sein – wenn sie überhaupt kommen.

 

Fakten 3:  60% ganz ohne Probleme oder mit solchen, die lösbar sind.

Kein Problem für Euro-6-Diesel: Von derzeit in Deutschland insgesamt 15 Millionen zugelassenen Diesel-PKW werden voraussichtlich die derzeit knapp 3 Millionen Euro-6-Diesel nicht von einer Aussperrung betroffen sein.

Euro-5-Diesel beherrschbar: Die knapp 6 Millionen Euro 5-Diesel, die noch bis August 2015 neu zugelassen wurden, können umgerüstet werden. Lediglich für Fahrzeuge mit Euro 4 oder schlechterer Klassifizierung dürfte es problematisch werden – wenngleich wir heute wissen, dass ihr tatsächlicher Schadstoffausstoß vielfach geringer ist, als bei den vermeintlich saubereren Euro 5. Staatliche Förderprogramme sollen hier für Kostenentlastung sorgen.

Euro 1-4  – Alte Diesel sind eher kritisch: Möglicherweise wirken sich also eventuelle Fahrverbote am Ende nur auf Fahrzeuge der Klassen Euro-4 oder schlechter aus – sofern nicht auch diese umgerüstet werden können. Diese sind inzwischen mindestens 9 Jahre alt (seit September 2009 gilt Euro-5).

Fazit: Keine besondere Gefahr für 60% aller Diesel. Je höher die Schadstoffklasse, umso geringer das Risiko, von innerstädtischen Fahrverboten betroffen zu sein, oder die Notwendigkeit einer Nachrüstung.

 

Fakten 4: Wie sauber ist der Diesel?

Diesel teilweise mit bester Öko-Bilanz. Ein Auto ist nur „sauber“, wenn es nicht benutzt wird. In allen anderen Situationen belastet es die Umwelt – auch das Elektroauto. Jede Antriebsart hat seine eigene Ökobilanz. Sie kann je nach Art ihres Einsatzes besser oder schlechter sein, als die anderen. Elektrofahrzeuge stechen da in einigen Bereichen überraschenderweise negativ hervor. Diesel sind allerdings eine wesentliche Ursache für die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid. Ihr Ausstoß ist im Realbetrieb um ein Mehrfaches höher, als unter Laborbedingungen. Dass diese Messmethoden überholt sind, zeigt die Tatsache, dass ältere Euro-3- und Euro-4-Diesel laut Umweltbundesamt im Realbetrieb sauberer sind, als neuere Euro-5-Autos. Wie wenig richtig die pauschale Verteufelung des Diesels ist, beweisen ebenfalls die Ermittlungen des ADAC: „Bei großen Autos zeigt der Diesel … nach 150.000 km … die mit Abstand beste CO2-Bilanz. Das Elektroauto schneidet schlechter ab.“ (ADAC-Motorwelt 4/2018)

Das Märchen von 6.000 Toten. Stickstoffdioxid ist einer der wesentlichen drei Luftschadstoffe, die gesundheitsschädigend wirken. Es kann Atemnot, Kopfschmerzen und Herzbeschwerden hervorrufen und die Atemwege schädigen. Die Zahl von angeblich mehreren Tausend Toten pro Jahr durch NO2 ist wissenschaftlich nicht erwiesen, zumal am Arbeitsplatz wesentlich höhere Konzentrationen erlaubt sind als auf der Straße, ohne dass dies nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin Anlass zur Sorge wäre.

Fazit: Die öffentliche Meinung über den Diesel hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Sie ist das Ergebnis unbegründeter Panikmache.

 

Fakten 5: Nachrüstung:

Bis 70% Reduzierung bei Euro-5. Ein ADAC-Test kam zum Ergebnis, dass die Nachrüstung von Diesel-Pkw mit speziellen SCR-Katalysatoren bei Euro 5-Fahrzeuge zu einem bis zu 70 Prozent geringeren N02-Ausstoß führen. Wie vom Referenten des Katalysatorherstellers HJS beim 11. Deutschen Autorechtstag erläutert, sind dies erste Ergebnisse einer gerade begonnenen technischen Entwicklung. Man warte nun auf gesetzliche Vorgaben, um diese zur Serienreife zu bringen. Dann werden Nachrüstkits zu Preisen von etwa 1500 bis 3000 Euro incl. Einbau auf den Markt kommen.

Fazit: Die meisten Diesel sind entweder sauber oder lassen sich nachrüsten.

 

Fakten 6: Welchen Diesel soll ich kaufen?

Neuwagen und Gebrauchtwagen ab September 2009 empfehlenswert: Fahrzeuge mit einem Alter von derzeit bis zu neun Jahren dürften beim Kauf kein unbeherrschbares Risiko darstellen. Bei allen anderen kommt es auf den Einsatzzweck an. Selbst diejenigen, die heute für einen sehr günstigen Preis einen älteren Diesel erwerben oder einen solchen besitzen, dürften damit ihre Fahrziele noch lange und ohne Einschränkungen erreichen. Was spricht also dagegen, die Entwicklung abzuwarten und ggf. dann, wenn sich das Risiko tatsächlich realisieren sollte, auf eine andere Antriebstechnik umzusteigen? Wer jetzt in Panik auf einen Benziner umsteigt, realisiert nicht nur zu einem ungünstigen Zeitpunkt einen relativ hohen Wertverlust, sondern wird auch noch dauerhaft durch wesentlich höhere Kraftstoffkosten belastet.

Fazit: Noch nie waren Diesel so preiswert, wie heute!

Zusammengefasst:

  • Moderne Dieseltechnologie ist in vielen Bereichen die effizienteste und sauberste Antriebsart.
  • Sie ist daher auch unter Umweltaspekten zukunftsfähig.
  • Es wird für mehr als 99% der Dieselfahrzeuge und der von ihnen zu befahrenden Straßen in Deutschland voraussichtlich nie zu Fahrverboten kommen.
  • Der Kauf eines Diesels war noch nie so preiswert, wie seit Anfang des Jahres 2018.

Bonn im April 2018

Kontakt: BVfK-Pressestelle Bonn Telefon: +49 228 85 40 90 E-Mail: pressestelle@bvfk.de V.i.S.d.P.: Ansgar Klein

 

Der Bundesverband freier Kfz-Händler e.V. (BVfK) ist die maßgebliche Stimme des seriösen freien Kfz-Handels in Deutschland. Dem Verband gehören Unternehmen aus dem Neu- und Gebrauchtwagenhandel, als auch dem Kfz-Vermittlergeschäft an. Die Mitgliederzahl steigt seit  seiner Gründung im Jahr 2000 stetig. Derzeit sind über 800 Händler organisiert. Der Verband sieht seine Aufgaben in der Imageverbesserung seiner einem strengen Regelwerk verpflichteten Mitglieder sowie der Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wozu ganz wesentlich die Bekämpfung unseriöser Geschäftspraktiken zählt. So trägt der BVfK erfolgreich zur Förderung des lauteren Geschäftsverkehrs, wie auch des fairen wirtschaftlichen Wettbewerbs bei. Seit nunmehr 18 Jahren leistet der Verband Pionierarbeit. Hierzu zählen bedeutende Projekte,  wie etwa der von Autorechtspapst Dr. Kurt Reinking und BVfK-Vorstand Ansgar Klein initiierte Deutsche Autorechtstag (www.deutscher-autorechtstag.de), der gemeinsam von BVfK, ADAC und ZDK veranstaltet wird, wie auch die Einrichtung von Schiedsstellen zur gütlichen Einigung von Streitfällen. Die Schlichtungsquote von über 90% beweist das erfolgreiche Konzept, wie auch das Vertrauen der Kundschaft in die Arbeit des Bundesverbandes und seiner Mitglieder.